Wenn Manager im Mittelstand beschreiben was zu ihren Aufgaben gehört, wird deutlich wie stark die Schultern sein müssen, auf denen ein wesentlicher Teil der deutschen Erfolgsstory lastet. Neben den klassischen Management Aufgaben der Planung, Organisation und Kontrolle des laufenden Geschäfts, sind sie als Führungskräfte gefragt, die coachen, ausbilden, vermitteln oder trösten. Vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Expertise stehen sie oft als Verkäufer, Verhandler oder auch als Experte an vorderster Front.
An dieser Stelle scheint die Frage, wieviel “Leadership“ der deutsche Mittelstand von seinen Managern benötigt, fast akademisch zu sein.

In der SIMDUSTRY® Business Simulation Managing 3 wird jedoch deutlich, dass die Frage erhebliche praktische Relevanz hat.

In der Simulation werden die Teilnehmer u.a. mit der Situation konfrontiert, dass sie auf dem Arbeitsmarkt nicht ausreichend qualifiziertes Fachpersonal gewinnen können, um alle potenziellen Aufträge fachgerecht umzusetzen. Eine Herausforderung, die für viele Manager mittlerweile zum Alltag gehört.

Dass eine faire Entlohnung und die Sicherheit des Arbeitsplatzes zwar notwendige aber keineswegs hinreichende Bedingungen sind, um die eigene Attraktivität als Arbeitsgeber zu fördern, müssen alle Beteiligten immer wieder schmerzhaft erfahren. Im Wettbewerb um Talente sind zunehmend die „weichen Faktoren“ gefragt. Persönliche und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten, ein inspirierendes Aufgabenfeld und Sinnhaftigkeit der Arbeit (Purpose) zählen zu den Ansprüchen, die erfüllt werden wollen, wenn es darum geht neue Talente zu gewinnen und die bereits vorhandenen Mitarbeiter zu binden.

Um seiner Aufgabe als Innovationsmotor gerecht werden zu können, braucht der Mittelstand ein Arbeitsumfeld in dem Kreativität, Visionen, Experimentierfreude und Leidenschaft für bessere Lösungen gefragt und gefördert werden. Kurzum: wenn es ein Umfeld gibt in dem Leadership besonderen Nutzen entfalten kann, dann ist es der deutsche Mittelstand.

Daraus jetzt zu schließen, dass die anderen Aufgaben an Bedeutung verlieren, wäre fatal. Tatsächlich sind zukünftige Manager nicht nur gefragt beidhändig (ambidextrous), sondern vielhändig (multidextrous) zu führen. Auch in diesem Aspekt sind sie dann wieder Innovationsträger der deutschen Wirtschaft. 

Dipl.Psych. Matthias Rosenstock
Leadtrainer Managing3
Februar 2020